Informationen - Historie


In Schleswig gab es bis in die 1960er Jahre einen beliebten Treffpunkt für Jung und Alt – das Varieté „Schlei-Halle“. Mit seinem Programm erreichte diese Institution sogar überregionale Ausstrahlung. Dann wurde das Haus im Rahmen von innerstädtischen Straßenbaumaßnahmen abgerissen. Und die Schleswiger wie nahezu der ganze nördliche Landesteil von Schleswig-Holstein hatten keinen Fixpunkt mehr für Unterhaltung und Begegnung.
Das hat sich jetzt wieder geändert. Am 23. März 2013 öffnete die HEIMAT-Raum für Unterhaltung ihre Pforten. In sechs Monaten effektiver Spielzeit haben wir es geschafft, über 10.000 Besucher in die Vorstellungen auf der Bühne des Varietés und in die Gasträume zu locken. Es gibt kaum einen, der nicht begeistert die Bühnen-Shows, verbunden mit bodenständiger Gastronomie, zu schätzen weiß. Gerade aus dem ländlichen Raum, der Schleswig umgibt – etwa: Angeln, Nordfriesland, Eider-Treene-Sorge-Region – und in dem naturgemäß wenig installierte Möglichkeiten zum Austausch bestehen, kommen die Besucher nach Schleswig, um unmittelbar am Ufer des Ostseefjords Schlei Spaß und Entspannung zu finden. Aber die Anziehungskraft der HEIMAT reicht inzwischen auch bis zu den benachbarten Städten wie Eckernförde, Kiel, Flensburg und Husum und sogar bis nach Hamburg.
Wir sprechen also von einem klar manifestierten Anfangserfolg, der in diesem und den kommenden Jahren verstetigt werden soll. Für die nächsten Spielzeiten sind zum Beispiel solche bundesweit bekannten Künstler wie Kabarettist Georg Schramm, Komikerlegende Fips Asmussen, Starentertainerin Gayle Tufts oder Musikerin Ulla Meineke bereits gebucht. Mit diesen Angeboten führen wir auch diejenigen an Kultur heran, die normalerweise ein Theater, aus Angst vor einer Überforderung durch „Hochkulturelles“ nicht betreten würden, denn in der HEIMAT heisst die Devise: Kultur meets Unterhaltung. Keine Berührungsängste, keine Schwellenproblematik!


Historie
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HEIMAT-Raum für Unterhaltung findet statt auf dem Gelände einer der größten Konversionsflächen in Schleswig-Holstein (ca. 60 ha.) mit dem bezeichnenden Namen „Auf der Freiheit“. Bevor dort, am östlichen Stadtrand, in den 1930er Jahren das Militär einzog, war die „Freiheit“ für Schleswig und das Umland schon einmal der Platz für Unterhaltung. Gastronomie, Badevergnügen an der Schlei, für Volksfeste und Belustigungen aller Art. Mit der HEIMAT geben wir der Stadt und der Region diesen Platz zurück – als wesentliches Element einer innovativen Konzeption der städtebaulichen Entwicklung dieser Immobilie (vgl. www.auf-der-freiheit.de). „Daseinsvorsorge“ ist ein großes Wort; hier, auf der Freiheit und in der HEIMAT wird sie gerne und mit großem Engagement einfach praktiziert. Dazu wurde das ehemalige Mannschaftsheim mit viel Liebe und einem Händchen für die Erzeugung von Varieté-Atmosphäre (Vorhänge, Beleuchtung, Kulissenteile) umgestaltet, sodass jetzt zwei Säle (700 und 100 Plätze) und ein Restaurant (50 Plätze) – wir nennen es passend zur HEIMAT „Muttis“ – bespielt werden können.


Historie
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Ausgangssituation:



Der Anstoß für das Projekt kam aus verschiedenen Richtungen. Impulsgeber war einerseits die Entwicklungsgesellschaft der Immobilie, die Team Vivendi GmbH & Co KG, die nicht nur „Häuser bauen“, sondern auch auf dem Gelände „das soziale Miteinander fördern“ (Geschäftsführer Volker Schlüschen) will.
Zum anderen gab es bei den jetzigen HEIMAT-Betreibern – Mario Hoff und Yvonne Sönnichsen mit ihrer Agentur The Avengers – bereits relevante Kontakte (in die bundesweite Unterhaltungs-, Theater- und Musikszene) und Ambitionen aus einem vorangegangenen (wesentlich kleineren) Engagement, das gerade beendet worden war, als das Angebot von Team Vivendi einging.

Ziel:




In Schleswig, als „Kulturstadt“ geprägt durch hochkulturelle Angebote (3 Landesmuseen, Landestheater), fehlte ein volkskulturelles Angebot für Stadt und Region. Eben: Eine Heimat, die nicht von ungefähr HEIMAT heisst, weil Trend und Bedürfnis in einer häufig als kalt, über-digitalisiert und nachteilig globalisiert empfundenen Welt sich wieder stark an Überschaubarem, Regionalem, Heimatlichem festmachen.
Diese Lücke wollten wir schließen, was auch geschehen ist.
Umsetzung
Bevor jedoch im März 2013 gestartet werden konnte, musste das durch langen Leerstand heruntergekommene ehem. Bundeswehr-Gebäude wieder instand gesetzt werden (etwa: sanitäre Anlagen, Brandschutz etc.). Hierzu leistete Team Vivendi einen erheblichen verlorenen Zuschuß. Zudem haben sich renommierte Schleswiger Handwerksbetriebe überzeugen lassen, ihre Leistungen zu reduzierten Tarifen zu erbringen (s.u.). Ohne insbesondere auch die letztgenannte Kooperation wäre die HEIMAT nicht zu realisieren gewesen. Außerdem wird das Projekt, für das bislang keinerlei Fördermittel eingeworben wurden, begleitet durch eine regionale Genossenschaftsbank. Schließlich wurde eine Kultur-Partnerschaft mit der lokalen Tageszeitung abgeschlossen.

Erfolge:




Fast ein Jahr nach dem Start der HEIMAT können wir von einem markanten Anfangserfolg sprechen. Natürlich gibt es auch angesichts all der Mühe eine gewisse Ernüchterung. Aber der Ehrgeiz, die HEIMAT zu einem definitiven Erfolg als einem dem Gemeinwohl zugute kommenden Platz der Begegnung zu machen, ist ungebrochen. Wenn die Kooperationsbereitschaft aller bisher Beteiligten anhält, sollte uns das auch gelingen.
Das Besondere
Mit der HEIMAT-Raum für Unterhaltung ist es Auftraggebern wie uns als beauftragten Realisatoren bislang gelungen, ein Kultur- und Unterhaltungsangebot auf die Beine zu stellen, das
- an Traditionen anknüpft und diese modern interpretiert
- breiten Zuspruch beim Publikum findet
- bislang keine klassischen staatlichen Subventionen erhält
- getragen wird von der Bereitschaft vieler, helfend und uneigenützig zum Wohle von Stadt und Region mitzuwirken.


Was andere lernen können? Vielleicht: Es geht! Und: Lasst Euch nicht entmutigen!


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